Geschichtliches vom Staustenerhof bei Pirmasens
Am 2. Februar berichtete Manfred Sties im Rahmen der Familienforschungs-Abende des Mennonitischen Geschichtsvereins über den Staustenerhof bei Pirmasens in der Südwestpfalz, auf dem er als Jugendlicher häufig seine Ferien verbrachte. Der Hof gehörte dem Kloster Stürzelbronn, heute auf der französischen Seite der Grenze zur Südwestpfalz.
Nach einem Heimatforscher aus Lemberg, Karl Ziegler, besteht der Hof seit etwa 1200 und wurde im 30jährigen Krieg zerstört und wieder aufgebaut. 1795 wurde er in Oberhof und Unterhof geteilt und versteigert. Die ersten ihm bekannten mennonitischen Pächter waren um 1815 Johannes Kinsinger oo Christina Schrag vom Heckenaschbacherhof. Deren Sohn Johannes *1812 heiratete Katharina Stalter (1814-1891) vom Wahlerhof und blieb auf dem Unterhof. Weil ihr Mann früh starb, holte sie ihren Bruder Joseph Stalter *1819 auf dem Wahlerhof, +1908 auf dem Stausteinerhof, verheiratet mit Katharina Peterschmitt (1825-1907) vom Rheinfelderhof bei Rustenhart im Elsass. Ihr Neffe Christian Peterschmitt *14.11.1860 auf dem Rheinfelderhof, verschollen 1901, heiratete auf den Stausteinerhof, und zwar seine Cousine Jakobine Stalter (1865-1895, 2 Kinder) und in 2. Ehe Magdalena Nafziger vom Elschbacherhof bei Kaiserslautern (1874-1968, 1 Kind). Von einer Geschäftsfahrt 1901 zum Zweibrücker Donnerstagsmarkt kehrte er nicht zurück und wurde am 13.02.1913 mit Datum 31.12.1911 für tot erklärt. Nach Remy Stalter wurde er von einem Elsässer Metzger ermordet. Die Witwe Magdalena Peterschmitt geb. Nafziger holte ihren Bruder Jakob auf den Hof, der 1879 auf dem Elschbacherhof geboren war und 1918 auf dem Stausteinerhof starb. Er war verheiratet mit Anna Nafziger (1882-1963) von Mecleuves bei Metz. Von ihren 3 Kindern heiratete Elli den Erwin Sties, das sind Manfreds Eltern, und die beiden Söhne Ernst und Emil übernahmen den Stausteiner Unterhof.
Den Oberhof kauften 1891 Peter Nafziger *1853 auf dem Kirchheimerhof, +1925 in Zweibrücken oo Magdalena Stalter *1860 auf dem Stausteinerhof, dort +1893. 1909 verkaufte er den Hof. Sein Sohn blieb als Verwalter und Pächter bis 1965.
Nach dem Vortrag mit Fotos von Personen und Orten gab es einen lebhaften Austausch und es wurden Kontakte geknüpft.
Weitere Informationen gibt es bei Manfred Sties <ingeman.sties@t-online.de> und die Aufzeichnung des Abends bei elisabeth.kludas@t-online.de
Weiter geht es am 2. März 2026: Herlinde Gebhard von Spechbach suchte nach den mennonitischen Verwandten ihrer Oma Lydia, Tochter von Heinrich Bechtel von Mönchzell und Christina Glück von Ehrstädt. Ein Mann mit Brille auf dem Foto vom 90. Geburtstag entpuppte sich als Theo Glück (1910-2012), jüngster Sohn des Ältesten Christian Glück der Mennonitengemeinde Hasselbach (1865-1939). Herlinde Gebhard berichtet über eine spannende Suche und überraschende Funde.
Wie immer von 19:30 – 21 Uhr, Einwahl über