Mennonitischer Geschichtsverein e.V.

Im Mennonitischen Geschichtsverein (MGV) arbeiten Menschen zusammen, die ein Interesse an der vielfältigen Geschichte der Täuferbewegungen haben. Der Verein unterstützt die Erforschung der täuferisch-mennonitischen Geschichte und veröffentlicht die Forschungsergebnisse.

Die Mennonitische Forschungsstelle Weierhof verfügt über einen Bestand von rund 33.000 Titeln, mit dem Schwerpunkt auf der Geschichte, Theologie, Kultur und Soziologie der Mennoniten, Amischen und Hutterer. Das Archiv beherbergt Sammlungen mennonitischer Gemeinden und Organisationen sowie private Nachlässe, etwa jenen von Christian Neff. Die Forschungsstelle ist zugleich Anlaufstation für Forscher und für eine stetig wachsende Zahl von Besuchergruppen aus aller Welt. Familienforscher finden hier einen einzigartigen Zugang zu Kirchenbüchern zahlreicher Mennonitengemeinden.

Der MGV gibt jährlich die Mennonitischen Geschichtsblätter (kostenlos für Mitglieder) mit Beiträgen zur neueren Forschung heraus und veröffentlicht Schriften zur Geschichte der Täufer und Mennoniten. Zu den Aufgaben des Vereins gehört auch die Pflege der Menno-Simons-Gedächtnisstätte (Mennokate) in Bad Oldesloe.

Um die Arbeit auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, wurde 2002 die Stiftung Mennonitische Forschungsstelle Weierhof” ins Leben gerufen. Aus den jährlichen Erträgen dieser Stiftung und den Jahresbeiträgen der Mitglieder werden die laufenden Arbeiten teilweise finanziert.

Im Auftrag des Mennonitischen Geschichtsvereins gibt Prof. Dr. Hans-Jürgen Goertz einen fünften Band des Mennonitischen Lexikons heraus. Der erste Teil mit biografischen Einträgen sowie der zweite Teil mit Einträgen zur Geschichte, Kultur und Theologie der Mennoniten und der dritte Teil “Verbreitung, Gemeinden, Organisationen” sind bereits unter www.mennlex.de im Internet abrufbar.

Ein weiteres aktuelles Projekt des Geschichtsvereins sind die Täuferspuren in Rheinland-Pfalz. Seit 2017 werden Orte mit mennonitischer oder amischer Vergangenheit mit Tafeln kenntlich gemacht. Geplant sind zudem Reiseführer, die detailliertere Informationen zu den jeweiligen Orten enthalten. Interessierte können sich einbringen und über die Facebook-Seite in Verbindung bleiben.

Es gilt, die 450jährige Geschichte der Mennoniten zu bewahren. Die Kenntnis der eigenen Geschichte hilft, Identität zu stiften. Wer seine Herkunft erforscht und kennt, dem kann sie als Orientierung dienen.