Geschichte der Täufer
Geschichte der Täufer/Mennoniten
Der Mennonitische Geschichtsverein hat die Aufgabe übernommen, die historische Erforschung der Mennonitengemeinden zu fördern. Er kümmert sich um ihre Entstehungsgeschichte im Täufertum des 16. Jahrhunderts genauso wie um die Wege des mennonitischen Gemeindelebens durch die Jahrhunderte.
Vielfältige Artikel über die Geschichte der Mennoniten finden sich im „Mennonitischen Lexikon Band V“ unter www.mennlex.de
Mennoniten und Täufer
Die Mennoniten gehen zurück auf die Täuferbewegung der Reformationszeit. Sie bildete neben den lutherischen und den reformierten Richtungen einen weiteren Flügel der äußerst vielfältigen reformatorischen Bewegungen. Täuferische Gemeinden gab es in vielen Regionen des Alten Reichs und Europas. Bis heute haben sich die Mennoniten, die Hutterer und die Amischen erhalten.
Die Glaubens- oder Erwachsenentaufe war das verbindende Merkmal aller Täufer. Weitere Glaubensüberzeugungen waren die Gewaltfreiheit, die Eidesverweigerung und die Unabhängigkeit der geistlichen Gemeinde von allen territorialen und frühstaatlichen Institutionen. Die Hutterer praktizierten zudem Gütergemeinschaft. Die Amischen wiederum entstanden Ende des 17. Jahrhunderts als Erneuerungsbewegung unter den Schweizer Täufern.
Am 21. Januar 1525 fand in Zürich die erste täuferische Glaubenstaufe statt. Damit distanzierten sich einige Anhänger Ulrich Zwinglis deutlich vom Züricher Reformator. Differenzen waren vor allem darüber entstanden, in welcher Form und wie schnell Reformen in Kirche und Gesellschaft durchgeführt werden sollten. Zudem kritisierten die Täufer, dass Zwingli für seine Reformen zu sehr auf die weltliche Obrigkeit setzte.
Die Taufe 1525 in Zürich sowie die rasche Verbreitung der Täuferbewegung sorgten auf Seiten der Obrigkeiten für Unruhe und Angst. Die Täufer wurden zu einer politischen Angelegenheit erklärt; man warf ihnen nicht nur vor, „Ketzerei“ zu betreiben, sondern auch „Aufruhr“ zu planen.
Als zeitgenössischer Begriff setzte sich „Wiedertäufer“ durch; ein Begriff, der die Täufer von obrigkeitlicher Seite diffamierte, stigmatisierte und kriminalisierte: auf „Wiedertaufe“ stand die Todesstrafe. Verfolgung und Vertreibung gehörten lange zum Schicksal der Täufer. Viele Täuferinnen und Täufer fanden den Tod durch Feuer, Schwert oder Ertränken.
Menno Simons
D
er aus Friesland stammende ehemalige katholische Priester Menno Simons wurde zum Namensgeber der Mennoniten. Er hatte sich Anfang der 1530er Jahre zum täuferischen Glauben bekehrt und begann, von Friesland bis zum Herzogtum Preußen täuferische Gemeinden zu gründen. Insbesondere sammelte er nach der Niederschlagung der theokratisch und apokalyptisch-spiritualistisch ausgerichteten Täuferherrschaft von Münster (1534/35) viele friedfertige Täufer und Täuferinnen. Obwohl Menno Simons von den Obrigkeiten gesucht wurde, überlebte er, anders als viele täuferische Prediger des frühen 16. Jahrhunderts, die Verfolgung.
Sein Leitspruch war 1. Korinther 3, 11: „Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“